Wasserkränze

Multimediale Rauminstallation von Constanze Kresta, Leipzig

Willkommen Schwester. Willkommen Bruder. „Wir berühren nicht die Spiegel, nur uns selbst.“ Wir stecken den Schlüssel in den Schimmer der Realität. Morgens streicheln wir aus dem Schlaf, was begraben war. Und unser Herz klopft, unser Herz klopft, unser Herz klopft getacktet von einem hysterischen Globusgefühl. „Die Geschichte stellt verschiedene Anforderungen an uns alle.“ Abstrakte Visionen des Universellen lehnen wir ab. Wir führen ein vertrocknetes, beschädigtes Halbleben. Wir machen uns klein. Wir wollen nichts. Wir wollen, dass du verstehst: Wir sind verzweifelt und was du herausfinden sollst ist: Warum. „Wir reklamieren die Stadt als einen Ort für Streit und Solidarität auf der Jagd nach Bedürfnissen und Wünschen.“ Wir sind die Gewinner der Geschichte. Wer bin ich eigentlich? Wir verlieren die Welt. Wir verlieren die Welt an eine technokratische Happy-Elite und wir spüren, dass der Teufel los ist. Das ist wie beim Sterben. Nur noch ein bisschen weiterleben denken wir. Wilde Tiere erobern die Stadt. Wir sind Politiker, und handeln, nicht wie fliehende Cäsaren, sondern wie…: „Morgen sind wir verloren, wenn nicht…“. „Wir rücken unser Gesicht zurecht und vergegenwärtigen uns, dass wir“: du und ich, jeder alleine, alle zusammen, alle für sich, „wirklich sind, in einer echten Gesellschaft mit echten Wünschen“. Redest du über mich? Wir sind so lonesome we could die, und „wie jede, die einen Säufer zu Hause sitzen hat oder selber eine Säuferin ist, können wir uns denken, dass aus den Vorkommnissen der letzten Nacht keine nennenswerten Konsequenzen gezogen worden sind.“ Wir sind müde und abdriftend, von weitem erscheint uns alles so, wie es sein soll. Na denn: Jetzt: Steh auf, großes Alles, steh wohlgeordnet an deinem Platz.

Zum 75. Jahrestag der Zerstörung Dresdens steckt Constanze Kresta aus Asche, Pappe, Pflanzen, Zeitungskollagen, Gesängen und Gesprochenem Kränze. Sie begibt sich auf die Suche was uns heute vom Frieden trennt.

Constanze Kresta hat in Hamburg studiert, lebt und arbeitet in Leipzig. In Zeichnungen, Klängen und Objekten arbeitet sie zu sozialen und ökologischen Fragen. Das Konzept zur Ausstellung entstand im Rahmen eines Arbeitsstipendiums.

Vernissage: 13.2.2020 19 Uhr, mit heißer Suppe und Glühwein
Austellungsdauer: 14. – 16.2.2020
Öffnungszeiten: 14:30 – 18 Uhr

Gefördert durch:
Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden