Das war unser Ferienworkshop ,,Facing Fear – Vom Mut der Angst zu begegnen”

Ob Angst vor dem Scheitern, vor sozialen Erwartungen oder davor, nicht gut genug zu sein – Angst begegnet Jugendlichen heute in vielen Formen. Doch es gibt selten Räume, in denen offen und kreativ darüber gesprochen werden kann. Oft gilt Angst als Schwäche, während Mut und Überwindung als Stärke gefeiert werden. Dabei kann gerade die Angst ein Schlüssel zur Selbsterkenntnis sein: Sie zeigt, was den Jugendlichen wichtig war, wo ihre Grenzen lagen und wie sie sich selbst wahrnahmen.

Der Workshop „Facing Fear – Vom Mut der Angst zu begegnen“ knüpfte an das Jahresthema der GEH8 an: „Zittern & Zorn. Keine Angst vor der Angst.“ Er verstand Angst nicht nur als individuelles Gefühl, sondern als kollektives Phänomen, das gesellschaftliche und persönliche Ebenen miteinander verband. Gerade in einer Zeit, die von Unsicherheit, Krisenerfahrungen und hohem Leistungsdruck geprägt war, eröffnete die künstlerische Auseinandersetzung mit Angst neue Perspektiven: Sie förderte Selbstreflexion, Ausdruckskraft und Empathie.

Im Workshop setzten sich Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren auf verschiedenen künstlerischen Ebenen mit dem Thema auseinander. Durch das Gestalten von Masken, das Erstellen von Stop-Motion-Filmen, die auf großformatige Bühnenstoffe projiziert wurden, dem Entwerfen von Bühnenkostümen für die TänzerInnen sowie durch kurze performative Experimente, wurde Angst sichtbar und bearbeitbar gemacht. Dabei ging es nicht um eine psychologische Analyse, sondern um ästhetische Erfahrung: Angst wurde zu Material, das geformt, verwandelt und geteilt werden konnte.

Ein zentrales Element war die Zusammenarbeit mit einer Gruppe von BreakdancerInnen, die den künstlerischen Prozess begleiteten. Die TänzerInnen ließen sich von den Arbeiten, Themen und Assoziationen der Jugendlichen inspirieren und entwickelten daraus eine eigene Performance. Beide Gruppen traten in einen intensiven Austausch – Bilder beeinflussten Bewegungen, Bewegungen wiederum inspirierten neue gestalterische Ideen. Dadurch entstand ein gemeinsamer kreativer Raum, in dem unterschiedliche Ausdrucksformen in Resonanz traten.

 

Die Workshopwoche hat vom 13. bis 17. Juli 2026 stattgefunden.

 

Honorarkräfte: Gunther Schumann + Resi Gappel
Ehrenamtliche Honorkraft: Andreas Bauer
Projektleitung: Tiziana Foit